The Seltmann Operation
Als Strohmann und zugleich im Namen der vom deutschen Staat konstruierten Identität „Uwe Seltmann, geboren in Korb“ verbreitete er den DOPiX – durch internationale Partnerschaften und den späteren Verkauf seines Unternehmens Icon Systemhaus an Neopost.
Wer DOPiX verbreitet, verbreitet Kontrolle. DOPiX ist das System, das Akten, Bescheide und juristische Kommunikation strukturiert. Wer dieses System kontrolliert, kontrolliert die Definition von Recht und Realität – nicht nur in Deutschland, sondern in 96 Ländern weltweit.
Zwar schrieben Medien in den 2010er‑Jahren, DOPiX sei bereits seit 1995 verbreitet, doch die eigentliche Expansion begann nachweislich mit der Ausstellung einer neuen Identität am 30. Dezember 2010. Mit diesem Datum begann nicht nur ein neuer Lebensabschnitt für Uwe Seltmann – es begann eine Bewegung. Eine Bewegung, die Grenzen überschritt, Verträge schloss, Firmen gründete und Kapital bündelte – unter dem Namen Uwe Seltmann, geboren in Korb.
Bereits 2012 trat diese Identität als internationaler Partner auf: Russland, Italien, Großbritannien, Österreich. Vertriebspartnerschaften wurden geschlossen, Repräsentanzen gegründet, Märkte erschlossen. Im selben Jahr erklärte Seltmann öffentlich: „Mit unseren beiden Produktlinien DOPiX und COPiX schaffen wir die Verbindung zwischen Input, Kundenkorrespondenz und Output, und sind damit erstklassig für weiteres Wachstum positioniert.“ Damit machte er deutlich: DOPiX war nicht nur Software, sondern das neue Rückgrat der Unternehmenskommunikation.
Und schon 2013 setzte icon den nächsten Schritt: In Zug entstand eine Vertriebsniederlassung unter der Leitung von Henry Fallegger. „Das ist ein wichtiger Schritt für die weitere Expansion von icon“, erklärte Seltmann laut PresseBox am 15. April 2013. Parallel dazu übernahm icon UK Limited mit Sitz in Reading die exklusive Vertretung der DOPiX‑Suite außerhalb des deutschsprachigen Raums. Die Lösung wurde als IBM‑zertifizierte Plattform positioniert – unter der Führung von Seltmann.


Quelle:https://www.icon-uk.net/res/icon_Company_and_DOPiX_Profile_web(300dpi).pdf
Mit über acht Millionen Kunden steuerte UNIQA ab 2013 ihre gesamte Korrespondenz über DOPiX, eingebettet in IBM‑Architekturen. IBM bestätigte die Partnerschaft öffentlich und kündigte den internationalen Ausbau an. Ende desselben Jahres gründete icon die US‑Tochtergesellschaft icon Communication Dynamics, Inc. mit Sitz in New York. Präsident: Uwe Seltmann. Die Allianz mit IBM machte DOPiX endgültig zum Bestandteil der Infrastruktur für Großkunden.
Vier Jahre nach Beginn der Expansion, im Jahr 2016, erreichte DOPiX die USA als gehosteter Managed Service. Die US‑Tochter schloss dazu eine Partnerschaft mit Content Critical Solutions. Zielgruppe: Versicherungen, Finanzdienstleister und Versorgungsunternehmen – alle eingebunden in IBM‑Systeme. Im Juni 2016 übernahm Neopost (heute Quadient) die icon Systemhaus GmbH – einen Konzern, der damals in rund 96 Ländern aktiv war.
Über IBM‑Architekturen wurde DOPiX zum unsichtbaren Gesetzgeber globaler Kommunikation. Banken, Versicherungen und Behörden von New York über London bis Paris und Moskau ließen ihre Bescheide, Policen und Mahnungen durch DOPiX erzeugen. In den USA integrierten Versicherer wie MetLife und Aetna die Plattform; Medicare und Veterans Affairs strukturierten ihre Bescheide nach denselben Regeln. In Frankreich erzeugten Neopost/Quadient über DOPiX Kontoauszüge, Mahnungen und Steuerbescheide. Und bis zu drei Viertel der deutschen Versicherer – darunter Allianz, ERGO und Generali – stützten ihre gesamte Korrespondenz auf DOPiX.
Die Kontrolle über die juristische Wirksamkeit von Millionen Dokumenten verlagerte sich damit weg von Sachbearbeitern und Gerichten – hin zu einem unsichtbaren System, dessen Regeln von wenigen Entwicklern und Eigentümern bestimmt wurden.
Gleichzeitig verschob sich die Macht über Verwaltungsentscheidungen von staatlichen Institutionen hin zu einer technischen Infrastruktur, deren Funktionslogik außerhalb demokratischer Kontrolle lag.
Ein System, das Realität erzeugt, darf nicht im Schatten operieren.

Quelle:https://www.itiko.de/artikel/854796/ibm-erweitert-partnerschaft-mit-icon.html

Quelle:https://contentcritical.com/technology/dopix-ccm/

Quellenangaben
GlobeNewswire. (2016, July 7). Neopost: Closing of the acquisition of icon Systemhaus GmbH.
PresseBox. (2013, April 15). icon eröffnet Niederlassung in der Schweiz.
icon UK. (2013). Company and DOPiX Profile [PDF].
https://www.icon-uk.net/res/icon%20Company%20Profile%202016–05-25%20-%20UK.pdf
PRmaximus / ITIKO. (2013). Individuelle Kundenkorrespondenz-Lösung für Versicherer [IBM/UNIQA Pressemitteilung].
Content Critical Solutions. (n.d.). DOPiX CCM – Managed Service.
https://contentcritical.com/technology/dopix-ccm/
icon Communication Dynamics, Inc. (n.d.). Company website.
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